Ein Satz

In meinem voll gestopften Arbeitszimmer, in dem ich mich quasi täglich aufhalte, obwohl es mit seinen neun Quadratmetern mit Abstand das kleinste Zimmer in meiner kuscheligen und heimeligen Wohnung, die im Winter aufgrund unseres Kachelofens, den wir immer befeuern, ständig mollig warm und gemütlich ist, in der außer mir noch mein geliebter Göttergatte und die zwei tollsten, besten, liebsten, liebenswertesten, verschmustesten, leider auch verwöhnten und manchmal auch zickigen Katzen mit den Namen Laika und Mara leben, ist, steht, wie sollte es auch anders sein, ein einfacher, aber stabiler und relativ großer Schreibtisch, den ich mir damals von meinem sauer verdienten Geld, das ich als Supervisor in einem Bonner Call-Center erhielt, bei Ikea in Köln – Rodenkirchen gekauft habe, auf dem ein uralter, in die Jahre gekommener Fünfzehn – Zoll – Monitor steht, der mich zugegebenermaßen ob seiner Klobigkeit ganz schön nervt, denn er nimmt mir viel platz weg, und zwar platz, den ich brauche, da ich sowieso immer zuviel Kram auf meinem Schreibtisch rumfliegen habe, wie hefte, Bücher, CD – Rohlinge, Aschenbecher, Schnellhefter, Kugelschreiber, Lineal, Papier, ob bedruckt oder unbedruckt, mit Hand beschrieben oder blanko, ein Kalender, nicht zu vergessen die Tastatur und die Mouse, und unter dem Schreibtisch ist der Rechner, der Heimcomputer, das Ding, das daran schuld ist, das ich, wie so viele andere heutzutage, die von Bill Gates angefixt und abhängig gemacht worden sind, regelmäßig an heftigen Nervenzusammenbrüchen leide, die sich darin äußern, dass ich meinen Bildschirm anschreie, die Tastatur schlage und meiner Kreativität in Sachen fluchen freien lauf lasse, platziert, was aber nicht das einzige ist, das mein Arbeitszimmer schmückt, denn an der Wand zu meiner Rechten steht eine lange Kommode mit vielen Schubladen und Türen, die auch alle überquellen, und auf der Kommode stehen meine großen Uni-Ordner, Gehaltsordner, Versicherungsordner und der/das ganze Pipapo, mit dem man sich in seinem alltäglichen Leben dummerweise auch rumschlagen muss, wenn man vermeintlich erwachsen geworden ist, zudem hängen über den Ordnern auch noch Regale, auf denen dicke Lexika und Wörterbücher stehen, die so schwer sind, dass sich die Holzbretter des Regals unter ihrer last biegen, doch das macht nichts, denn wenn ein Regal zerbrechen sollte, kaufe ich mir einfach ein neues oder organisiere irgend ein Brett aus dem Bastelkeller, den ich, wenn ich die Treppe hinabsteige vorfinde, was ich aber jetzt auf keinen Fall tun werde, denn ich werde mein Arbeitszimmer verlassen, diesen Text ausdrucken, den Computer runterfahren, mich bettfein machen und noch ein paar Seiten des foucaultschen Pendels lesen, denn damit schlafe ich immer gut ein.

Antwort auf Dienstaufsichtsbeschwerde

man konnte ja damit rechnen. ich bin dennoch extrem sauer.

jetzt mal ehrlich, einen beistand mitzubringen, der ausdrücklich im gesetz gestattet ist mit den worten zu kommentieren: „das ist aber unüblich!“ ist ne frechheit. das kann man denken, aber das sagt man doch nicht seinem „kunden“ zur begrüssung. nein, da hat man die fresse zu halten und höflich zu sein. punkt. und dass es sich überhaupt um ein unübliches verfahren handelt, dass arge-kunden einen beistand mitbringen ist TRAURIG! ich kann nur JEDEM empfehlen, IMMER eine begleitung mitzunehmen, am besten mit notizblock versehen, damit man protokoll führt.

blablabla. hier wird auch nur auf sachverhalte geantwortet, die „strikt nach vorschrift“ dann auch korrekt durchgeführt wurden. dass die beleidigungen implizit und nicht explizit waren, sollte sogar dem bescheuertsten beamten klar sein, hier wird sich bewusst dümmer gestellt, als man ist. deswegen: disqualifiziert! wo ist das statement zum „studentischen lotterleben“? wo ist eine stellungnahme zu den sprüchen wie „sie leben jetzt von steuergelden, sie haben keine wünsche mehr zu äussern“? und ich kann jedem leser versichern: selbständigkeit war KEIN thema, ich habe KEINERLEI informationen dazu erhalten. ich bin von vornehrein abgewürgt worden.

auch die sache mit der vertragskündigung erscheint mir etwas fadenscheinig argumentiert. ich vermisse da hinweise auf gesetzliche regelungen. ich kenn mich da jetzt nicht so aus beim vertragsrecht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es so etwas wie ein 14tägiges widerrufsrecht gibt. auch wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass ich den vertrag erst mal durchlesen darf, und ggf. anwaltlich gegenchecken lassen kann. nein. ich stand ja von anfang an unter druck, weil diese bekackte massnahme bereits begonnen hatte und ich ja nun ganz schnell handeln musste.

ohne worte. das wird morgen nicht schön.

ach und noch ein kleiner nachtrag. man beachte die semantik:  sich entschuldigen. das ist eigentlich eine unmögliche handlung. man kann sich nicht selber der schuld entledigen. man muss um entschuldigung BITTEN! und derjenige, der um entschuldigung gebeten wird, entscheidet dann, ob es berechtigt ist oder nicht.  „oh, ich habe einen mord begangen, naja, kein problem, dann entschuldige ich mich halt. SORRYYY!“

 

noch eine anmerkung, zum § 15 a sgb ii: da geht es um leistungen zur eingliederung in arbeit. wie gliedert mich persönlich eine massnahme in arbeit, in der ich

  • wäsche waschen
  • kinder bespassen oder
  • alte leute füttern

soll? nur weil ich ne frau bin kann ich besonders gut putzen und sozial sein? die sozialpädagogin der massnahme selber hat mir gesagt, dass diese veranstaltung allein dazu dient, ein psychogramm über mich zu erstellen, ein profiling darüber, wie ich ticke! es ist nur ein kontrollinstrument, mehr nicht.

so lasse ich mich NICHT kontrollieren.

Reaktion auf die Dienstaufsichtsbeschwerde

und das, nachdem ich bereits zum dritten mal deutlich gemacht habe, dass ich mit frau schwindsucht nichts mehr zu tun haben will. naja, werd nicht alleine hingehen, begleitung ist schon gebrieft und wird protokoll führen. wir sind uns darüber hinaus einig, wenn das gespräch unsere meinung nach nicht konstruktiv verläuft, werden wir gehen.

auf jeden fall ne unverschämtheit, sich nicht schriftlich zu äußern. ich möchte auf jeden fall eine schriftliche stellungnahme haben.

Betrifft: Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Fallmanagerin Frau Schwindsucht wegen Vermittlungsge­spräch vom 16.05.2011

Sehr geehrter Herr XY,

zu meinem größten Bedauern muss ich meinen Erstkontakt mit dem Jobcenter unter „unan­genehme Erlebnisse“ verbuchen. Ich beschwere mich über meine Fallmanagerin Frau Schwindsucht und fordere eine Stellungnahme zu folgendem Sachverhalt:

Anwesende bei dem Gespräch waren Frau Schwindsucht, ihre Zimmerkollegin, Mrs. Aufziehvogels Mama (Beistand wie in SGB X, § 13 Abs. 4) und Mrs. Aufziehvogel (Kundin).

Durch eine schwierige Lebenssituation habe ich mich Anfang dieses Monats dazu durchgerungen Arbeitslosengeld II zu beantragen. Zum 31.03.2011 habe ich aus finanziellen Gründen mein Studi­um an der Uni abgebrochen.

Ich habe meine Mutter, Mrs. Aufziehvogels Mama, zum Vermittlungsgespräch als Beistand mitgenommen. Meine Mutter wurde von Frau Schwindsucht mit den Worten begrüßt: „Das ist aber unüblich [Anm.: dass noch jemand mit am Gespräch teilnimmt].“

Vom Jobcenter  habe ich mir ein wenig Unterstützung erhofft, um ein selbstbestimmtes Le­ben auf eigenen Füßen führen zu können.
Diese Unterstützung wurde mir konsequent verweigert. Stattdessen wurde regelrecht eine Drohku­lisse aufgebaut, von der ersten Minute an.

Ich habe während meines Studiums bereits zweieinhalb Jahre als Texterin und Online-Redakteurin in einem Software-Unternehmen gearbeitet. Diesen Beruf würde ich gerne weiterhin aus­üben, da ich hier meine Talente sehe. Leider ist es in der Branche üblich, dass in der Regel projekt­bezogene Aufträge an sogenannte Freiberufler vergeben werden.

Genau aus diesem Grund habe ich in dem Fragebogen, den ich bei meiner Antragstellung Anfang Mai erhalten habe angekreuzt, dass ich an einer Beratung bezüglich Selbständigkeit interessiert bin.
Parallel dazu habe ich mich bereits um erste Aufträge gekümmert und meine Steuernummer beim Finanzamt beantragt und werde dort als Kleinunternehmer geführt.
Frau Schwindsucht ist auf diesen Punkt meiner Karriereplanung nicht eingegangen, bzw. behauptete stattdessen in diesem Zuge, dass ich

  1. nun von Steuergeldern lebe und somit keine Handhabe darüber habe, was ich wie gerne arbeiten möchte.
  2. die meisten Menschen eh in der Selbständigkeit scheitern würden.
  3. sie nun mal dafür da sei, mich in eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung zu bringen.

Somit war für Frau Schwindsucht das von mir erbetene Gespräch zur Selbständigkeit erledigt. Diese drei Totschlagargumente durfte ich in der Folge noch öfter vernehmen. Eine gemeinsame Erörte­rung meiner Lebenssituation war somit von vorneherein nicht möglich.

Im Folgenden wurde ich für fast zwei Stunden von Frau Schwindsucht regelrecht niedergemacht. Mehrmals nannte sie mich im Gespräch beim falschen Namen (Frau Aufziehhase) und führte auch eher ein Gespräch mit Ihrem Computer als mit mir. Dadurch fühlte ich mich abgefertigt und nicht persönlich betreut.
Nachdem ich ihr meinen holprigen Lebenslauf damit erklärte, dass ich unter Depressionen gelitten habe, notierte sie es sich sofort und sprach mich im weiteren Gesprächsverlauf ständig darauf an. („Aber jetzt sind sie doch gesund, oder etwa nicht?“) Sie hatte an allem etwas auszusetzen. So be­merkte sie z. B., dass meine Fremdsprachenkenntnisse in Polnisch, Spanisch und Französisch ja „nur rudimentär“ seien, weil ich Grundkenntnisse angekreuzt hatte. Sie unterstellte mir, ich würde absichtlich meinen Lebenslauf in der Textverarbeitung mit blauen Streifen versehen, weil der Aus­druck nicht einwandfrei war. Hierzu stelle ich fest: Tinte ist teuer. Ich habe kein Geld. Sie makelte an, dass ich auf dem Bewerbungsfoto keine Brille tragen würde, nun aber schon.
Sie fand es sehr befremdlich, dass ich mich fast ausschließlich online bewerbe. Hierzu stelle ich fest: Dies ist im Jahre 2011 in meiner Branche durchaus üblich.
Dies ist natürlich nicht üblich, wenn man sich als Produktionshelfer verdingt. Frau Schwindsucht machte mir sehr deutlich, dass das aber durchaus meine Zukunft sein wird.

Mit einem süffisanten Grinsen sagte Sie, sie würde nicht verstehen, warum ich nur eine Teilzeitstel­le suche. Ich antwortete ihr, dass ich davon ausgegangen wäre, hauptsächlich selbständig zu arbei­ten und eine Teilezeitstelle als Absicherung der Lebensumstände sehe.
Dieses Argument ließ Frau Schwindsucht natürlich nicht gelten, denn meine Selbständigkeit zählte ja von vorneherein nicht für sie. Zudem setzte sie Teilzeit mit 400-Euro-Job gleich. (Das reichte nicht aus, um aus der Bedürftigkeit zu kommen.)
Zum Schluss, als ich bereits so mürbe geklopft war, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konn­te, hatte Frau Schwindsucht die Idee, mich in eine Maßnahme zu stecken zur Orientierung und Aktivie­rung, eine Maßnahme, in der man seine Stärken und Schwächen kennenlernen würde. Sie verkaufte mir diese Maßnahme als eine Art Seminar. Sie begründete ihre Entscheidung außerdem mit den Worten, dass das studentische Lotterleben nun vorbei sei und sie sich vorstellen könne, dass ich da die ersten Wochen bestimmt total kaputt nach Hause käme.
Hierzu stelle ich fest: Frau Schwindsucht ist mir gegenüber respektlos und diskriminierend aufge­treten. Ich möchte mit ihr nichts mehr zu tun haben. Ich vermute, sie hat sich bereits ein Ur­teil über mich gebildet, bevor ich ihr vorstellig wurde.

Mir war des Weiteren nicht klar, dass es sich um einen sog. Ein-Euro-Job handelte. Ich bin davon ausgegangen, dass diese Art von Beschäftigung nur an schwer vermittelbare Personen verteilt wird, Personen, die wirklich schon lange Zeit keinen Bezug mehr zum Arbeitsleben haben. Wie kann man mich als schwer vermittelbar einstufen, wenn noch gar keine Vermittlung stattgefunden hat? Auf meine Frage, wie ich mit einem Auftrag umgehe, der innerhalb dieser acht Wochen ansteht, bekam ich keine Antwort, nur die Drohung, dass mir Geld gekürzt würde, wenn ich den nicht angeben soll­te. Zudem erschließt sich mir nicht der Sinn, mit welcher Begründung ich aktiviert werden soll, oder warum ich mich zu orientieren habe. Bis zu meinem Vermittlungsgespräch wusste ich sehr ge­nau, was ich möchte. Ich arbeite gerade intensiv daran, mir ein Homeoffice aufzubauen und einen Webauftritt zu gestalten, mangels Geld bin ich leider gezwungen, mir die Technik selber beizubrin­gen, so dass dies eventuell mehr Zeit in Anspruch nehmen könnte, als das Engagieren einer Agen­tur. Ich bewerbe mich bei Texter-Börsen, um ein Portfolio für größere Aufträge anlegen zu können (in der Branche zählen Referenzen, ich arbeite gerade daran, dass diese üppiger ausfallen). Zudem überprüfe ich gerade verschiedene open-source basierende und browserbasierte Programme zur Fakturierung und Zeiterfassung, um örtlich unabhängig arbeiten zu können. Eine 30stündige Maßnahme, von der ich keinen persönlichen Nutzen für mich erkennen kann, erachte ich als Zeitverschwendung und Vergeudung von teuren Ressourcen (Zeit). Der Aufbau meiner Selbständigkeit ist sonst kaum mit Kosten verbunden. Ich benötige lediglich Internet und ein Netbook, um ortsunabhängig arbeiten zu können. Ich brauche kein Büro und falls mein PC repariert werden muss, benötige ich lediglich die Ersatzteile, da ich selber in der Lage bin, Computer zusammen zu bauen.

Ich stelle fest: Die Unterschrift zum Vertrag zur Wiedereingliederung wurde von mir unter vollkom­men falschen Voraussetzungen und massivem, zwei Stunden anhaltenden Psychodruck getätigt. Aus diesem Grunde habe ich bereits am 18.05.2011 diesen Vertrag gekündigt.
Nun werden mir in einem Schreiben vom 20.05.2011 Sanktionen angedroht. Auf meine Kündigung wurde mit keinem Wort eingegangen.Ich gehe davon aus, dass durch die Aufkündigung des Vertra­ges meinerseits, der Vertrag ungültig ist und neu vereinbart werden muss. Dazu bin ich gerne bereit, allerdings weder mit Frau Schwindsucht, noch mit Ihrer Kollegin in Zimmer 132.

Frau Schwindsuchts Zimmerkollegin schaltete sich gegen Ende des Vermittlungsgespräches auch noch ein und empfahl mir, mich in der im Büro ausliegenden Broschüre über meine Rechte und Pflichten zu informieren. Was muss ich da feststellen? Dort steht u. a. explizit, dass ich Anspruch auf Bera­tung, ja sogar Prüfung einer Förderung der Selbständigkeit hätte. Diese Informationen wurden mir verwehrt. Mir erschließt sich beim besten Willen nicht, warum mir diese Informationen von vorne­herein, ohne mich zu kennen, vorenthalten wurden.

Stattdessen drängten mich beide Frauen dazu, Bereitschaft für einen Ortswechsel zu zeigen. Hier gibt es schließlich nicht solche Jobs. Ich bemerkte, dass ich hier sehr gerne und vor allem mietfrei lebe, worauf Frau Schwindsucht abfällig bemerkte: „Ja, das ist natürlich bequem, wenn man noch zu Hause lebt.“ Dazu stelle ich fest: Frau Schwindsucht geht es nicht im Geringsten an, wie ich mein Le­ben gestalte. Ich verbitte mir Bewertungen über meinen Lebensstil.

Zu guter Letzt möchte ich Sie noch auf die Seiten der Arbeitsagentur verweisen zum Thema Existenz­gründung: http://www.arbeitsagentur.de/nn_26400/Navigation/zentral/Buerger/Hilfen/Existenzgruendung/Existenzgruendung-Nav.html

Beachten Sie bitte auch Seite 55 dieser Datei, eine Broschüre herausgegeben von der Bundesagen­tur für Arbeit: http://www.kmsi.de/fileadmin/contents/03_wirtschaftsfoerderung/existenzgruendung/existenzgruendung_arbeitsagentur.pdf

Warum wird dort so ein positiver Eindruck vermittelt, wenn es dem Jobcenter offensichtlich nicht daran liegt, Menschen bei Ihren Vorhaben zu fördern? Ich meine damit in keiner Weise Geldleistun­gen, ich bin nicht mit der Intention angetreten, mir von Ihnen meine Büroeinrichtung finanzieren zu lassen, ich wollte einfach nur eine Beratung darüber haben, welche Möglichkeiten ich habe und worauf ich achten muss. Und diese fordere ich nach wie vor ein.

Demonstrationen Spanien #spanishrevolution – Piratenwiki

Demonstrationen Spanien – Piratenwiki.

Auszug:

#spanishrevolution

Seit mehreren Tagen gehen in 70 spanischen Städten rund 130.000 Menschen auf die Straße. Es sind Menschen aus allen Altersgruppen, mit verschiedenen Berufen und politischen Orientierungen. Kurz: Menschen wie Du und ich. Ihr zentrales Anliegen lautet:

„Echte Demokratie – Jetzt!“

Die deutschen Medien berichten über die Vorgänge in Spanien kaum. Eine Entwicklung, die auch schon zu Beginn der Demonstrationen in Tunesien und Ägypten beobachtet werden konnte. Es darf nicht sein, dass der breiten Öffentlichkeit solche Ereignisse vorenthalten werden. Angesichts der Brisanz der Forderungen der Menschen in Spanien verwundert dieses Totschweigen aber nicht: Viele ihrer Forderungen sind nicht nur für Spanien, sondern auch für weite Teile Europas relevant!

Die wesentlichen Beweggründe der Menschen in Spanien sind:

  • Gleichheit, Fortschritt, Solidarität, kulturelle Freiheit, Nachhaltigkeit und Entwicklung, sowie das Wohl und Glück der Menschen müssen als Prioritäten einer modernen Gesellschaft gelten.
  • Gesellschaftlich gewährte Grundrechte: das Recht auf Wohnung, Arbeit, Kultur, Gesundheit, Bildung, politische und gesellschaftliche Teilhabe und freie persönliche Entwicklung.
  • Momentan sorgen unsere Regierung und das Wirtschaftssystem nicht dafür, sondern stellen ein Hindernis für den menschlichen Fortschritt dar.
  • Die Demokratie gehört den Menschen (demos = Volk, krátos = Herrschaft): alle Menschen, das ganze Volk, soll also an der Herrschaft beteiligt sein.
  • Die Gier nach Macht und deren Beschränkung auf einige wenige Menschen bringt Ungleichheit, Spannung und Ungerechtigkeit mit sich.
  • Das veraltete und unnatürliche Wirtschaftsmodell treibt die gesellschaftliche Maschinerie an, einer immerfort wachsenden Spirale gleich, die sich selbst vernichtet.
  • Ziel und Absicht des derzeitigen Systems sind die Anhäufung von Geld, ohne dabei auf Wirtschaftlichkeit oder den Wohlstand der Gesellschaft zu achten.
  • Die Bürger bilden das Getriebe dieser Maschinerie, welche nur dazu entwickelt wurde, um einer Minderheit zu Reichtum zu verhelfen! Diese Minderheit kümmert sich nicht um unsere Bedürfnisse.
  • Wir brauchen eine ethische Revolution. Anstatt das Geld über Menschen zu stellen, sollten wir es wieder in unsere Dienste stellen.
  • Wir sind Menschen, keine Produkte. Ich bin kein Produkt dessen, was ich kaufe, weshalb ich es kaufe oder von wem.
  • Wir lehnen Gewalt ab.

Es reicht – schon lange. Die Funken des Aufbegehrens sind jetzt von Nordafrika nach Europa übergesprungen. Sorgen wir dafür, dass diese Funken nicht erlöschen!

Daher unser Aufruf:

Informiert Euch!

Nutzt Twitter, nutzt das Internet, kopiert diesen Zettel und verteilt ihn weiter, sprecht andere auf die Situation in Spanien an. Lasst uns die Botschaft aus Spanien weiter tragen!

Informationsquellen:

Twitterhastags:

  • #spanishrevolution
  • #germanrevolution
  • #ukrevolution
  • #italyrevolution
  • #europeanrevolution

KAFKA BEIM ARBEITSAMT

… oder: absurde machtspiele in zimmer 132

frust. wut. hass.

ich bin ein mensch, der sich nicht gerade als misanthrop bezeichnet, aber auch nicht wirklich menschenfreundlich ist. menschen sind in erster linie da und sie sind egal. oft sind es idioten, aber eigentlich möchte ich das niemandem unterstellen, es ist nur leider so, dass ich bei vielen schnell den eindruck habe, es sei so. so war es auch heute bei meiner so genannten jobvermittlung.

meine fresse war das scheisse.

ich möchte mich gerne selbständig machen und hab auf den seiten der bundesagentur für arbeit auch gelesen, dass ich mit unterstützung rechnen kann, was das angeht. dabei hatte ich nicht mal finanzielle hilfe im kopf,  sondern einfach nur den unbedarften gedanken: da wird mir schon jemand rede und antwort stehen zu meinen fragen und mir vielleicht hinweise geben können, worauf ich zu achten habe.

das gespräch lief anders.

zunächst einmal muss ich mir wohl abschminken, mich selbständig zu machen. wo kämen wir denn da hin, wenn sich jeder selbständig machen würde? oh, das wäre ja sodom und gomorrha. schliesslich ist die mehrheit der bundesbürger ja sozialversicherungspflichtig beschäftigt und überhaupt nicht darauf erpicht, selbständig zu arbeiten und überhaupt: wie viele menschen sich das ja so einfach vorstellen würden mit ihrer selbständigkeit und überhaupt keine ahnung hätten, was das bedeute, das würden ja die wenigsten durchalten.

was mir  frau schwindsucht* (*name leicht abgeändert – die redaktion) damit sagen wollte: ich traue ihnen nicht zu, dass sie das zeug dazu haben, sich selbständig zu machen.  damit war mein ERBETENES gespräch bzgl selbständigkeit gegessen.

im weiteren verlauf musste ich mir anhören, dass ich bzgl meines berufswunsches keine ansprüche stellen dürfe, die hätte ich mir schliesslich damit verwirkt, dass ich steuergelder redlicher deutscher für mein lotterleben beanspruchte, es für mich ein meter fünfizg kleinen menschen (geisteswissenschaftler) zumutbar sei, paletten als produktionshelfer zu packen und ein täglicher arbeitsweg von viereinhalb stunden (+- 30 min) voll und total in ordnung wären hab ich echt gedacht: schiebt euch euer hartz 4 in euren arsch. ihr scheint es nötig zu haben. ich beziehe wohlgemerkt noch KEINE leistung, habe sie nur beantragt, weil ich IRGENDWIE auf eigene füsse kommen muss. das „vermittlungs“gespräch war eine einzige schikane, psychoterror vom feinsten. es ist im übrigen in deutschland auch nicht ok, wenn man NUR teilzeit arbeiten will. ich sei ja schliesslich noch jung, da müsse ich mich auch vollzeit dem arbeitsmarkt zur verfügung stellen. ja, ok, aber ich will den und den job machen und das geht leider am besten als freiberufler. tja ne, also dann können sie nicht mit leistungen rechnen.

wieso soll ich vollzeit arbeiten, wenn ich mit einer 20 –  25 stunden teilzeitstelle super cool über die runden kommen könnte? ach ja, das liegt daran, dass das studentenleben nun ein ende hat und ich nun nicht mehr mir einbilden könne jeden tag bis 12 zu pennen. frau schwindsucht hats geblickt.

frau schwindsucht hatte eine kollegin mit im büro sitzen, mit der hat sie dann angefangen „guter bulle, böser bulle“ zu spielen.  guter bulle hatte sich in das gespräch eingeklingt, als mir vor verzweiflung und wut (weil mir keine meiner fragen und anliegen beantwortet wurden) die tränen kamen. „schauen sie mrs aufziehvogel, wir können doch auch nichts dafür, wenn der gesetzesgeber uns vorschreibt, dass wir solche arschlöcher sein müssen. wir wollen nicht ihr bestes, denn sie sind uns -mit verlaub- scheiss egal, aber wenn sie nicht mitspielen, müssen wir leider, leider, leider ihr geld (das ich noch nicht ausgezahlt bekommen habe) kürzen. tja. so einfach ist das. was sagen sie nun?

tja, was sage ich da. zur not kann ich auf euer verficktes hartz vier verzichten. ich hab nur ein recht darauf, warum also nicht wahrnehmen. steuern zahle ich auch. oder sind arme von der mehrwertsteuer befreit? ich war lange zeit raucher und hab den kampf gegen terrorismus somit aktiv unterstützt. wenn das mal kein patriotismus ist; gesundheit gefährden auf kosten des staates. das ist ja wohl altruismus pur.

jetzt hat mich frau schwindsucht in eine maßnahme gesteckt.  (wegen der statistik, verstehste ;))

dort soll ich meine stärken und schwächen kennen lernen. meine stärke? ich lass mir nicht alles gefallen, meine schwäche? ich reg mich zu schnell über arschlöcher im öffentlichen dienst auf. versteht mich nicht falsch, ich find ok, wenn die arbeitsämter ihre „klienten“ in maßnahmen stecken. aber es sollte bitte ein bisschen besser auf den einzelfall passen und menschen mit konkreten lösungsvorschlägen sollten nicht von vorneherein runtergebasht werden. und heute bin ich wirklich aufs übelste gebasht worden. alles, was ich gemacht habe war scheisse, alles wo ich versagt habe war typisch, alles, wo ich mich als stark angesiedelt habe, war nichts wert. was ist das bitte für eine gesellschaft?
Der Witz des Jahres: Dieser Flyer ist so viel wert, wie mich der Download gekostet hat: NICHTS