Ein Satz

In meinem voll gestopften Arbeitszimmer, in dem ich mich quasi täglich aufhalte, obwohl es mit seinen neun Quadratmetern mit Abstand das kleinste Zimmer in meiner kuscheligen und heimeligen Wohnung, die im Winter aufgrund unseres Kachelofens, den wir immer befeuern, ständig mollig warm und gemütlich ist, in der außer mir noch mein geliebter Göttergatte und die zwei tollsten, besten, liebsten, liebenswertesten, verschmustesten, leider auch verwöhnten und manchmal auch zickigen Katzen mit den Namen Laika und Mara leben, ist, steht, wie sollte es auch anders sein, ein einfacher, aber stabiler und relativ großer Schreibtisch, den ich mir damals von meinem sauer verdienten Geld, das ich als Supervisor in einem Bonner Call-Center erhielt, bei Ikea in Köln – Rodenkirchen gekauft habe, auf dem ein uralter, in die Jahre gekommener Fünfzehn – Zoll – Monitor steht, der mich zugegebenermaßen ob seiner Klobigkeit ganz schön nervt, denn er nimmt mir viel platz weg, und zwar platz, den ich brauche, da ich sowieso immer zuviel Kram auf meinem Schreibtisch rumfliegen habe, wie hefte, Bücher, CD – Rohlinge, Aschenbecher, Schnellhefter, Kugelschreiber, Lineal, Papier, ob bedruckt oder unbedruckt, mit Hand beschrieben oder blanko, ein Kalender, nicht zu vergessen die Tastatur und die Mouse, und unter dem Schreibtisch ist der Rechner, der Heimcomputer, das Ding, das daran schuld ist, das ich, wie so viele andere heutzutage, die von Bill Gates angefixt und abhängig gemacht worden sind, regelmäßig an heftigen Nervenzusammenbrüchen leide, die sich darin äußern, dass ich meinen Bildschirm anschreie, die Tastatur schlage und meiner Kreativität in Sachen fluchen freien lauf lasse, platziert, was aber nicht das einzige ist, das mein Arbeitszimmer schmückt, denn an der Wand zu meiner Rechten steht eine lange Kommode mit vielen Schubladen und Türen, die auch alle überquellen, und auf der Kommode stehen meine großen Uni-Ordner, Gehaltsordner, Versicherungsordner und der/das ganze Pipapo, mit dem man sich in seinem alltäglichen Leben dummerweise auch rumschlagen muss, wenn man vermeintlich erwachsen geworden ist, zudem hängen über den Ordnern auch noch Regale, auf denen dicke Lexika und Wörterbücher stehen, die so schwer sind, dass sich die Holzbretter des Regals unter ihrer last biegen, doch das macht nichts, denn wenn ein Regal zerbrechen sollte, kaufe ich mir einfach ein neues oder organisiere irgend ein Brett aus dem Bastelkeller, den ich, wenn ich die Treppe hinabsteige vorfinde, was ich aber jetzt auf keinen Fall tun werde, denn ich werde mein Arbeitszimmer verlassen, diesen Text ausdrucken, den Computer runterfahren, mich bettfein machen und noch ein paar Seiten des foucaultschen Pendels lesen, denn damit schlafe ich immer gut ein.

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One thought on “Ein Satz

  1. Da surft man gelangweilt durchs netz und landet hier, eine seite die mir erst bekannt vorkam dann doch wieder nicht und dann dämmerte es mir beim lesen dieser kleinen (bis sehr grossen..) aber feinen sätze. Hat mir auf jedenfall noch ein schmunzeln entlocken können an diesem Abend. Es dankt hochachtungsvoll ihr ergebenster J.K.B der Garstige

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